Weltweit einzigartige Achsenlösung für das Solarfaltdach Grazerfeld

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dhp Technology entwickelt für die Kläranlage Grazerfeld eine Achsenkonstruktion, die erstmals in dieser Form realisiert wird

Beim Solarfaltdach Grazerfeld liegt die eigentliche Innovation nicht auf dem Dach, sondern in seinem Tragwerk. Um die Rundbecken der Kläranlage in Wildon mit dem Solarfaltdach überspannen zu können, hat dhp Technology eine neue Achsenlösung entwickelt, die in dieser Form bisher noch nie realisiert wurde.

Im Zentrum steht die sogenannte Achse G. Ihre Konstruktion ermöglicht einen neuartigen Lastabtrag und schafft damit die statischen Voraussetzungen, um die bestehende Infrastruktur grossflächig mit dem Solarfaltdach zu überspannen – ohne die Primärnutzung der Kläranlage einzuschränken.

Rundbecken als besondere Herausforderung

Kläranlagen bieten grosse Flächen für die Solarstromproduktion, stellen aber hohe Anforderungen an die Tragwerksplanung. Becken, Verkehrswege, Leitungen und weitere Anlagenteile müssen zugänglich bleiben und der laufende Betrieb darf durch die zusätzliche Solarinfrastruktur nicht beeinträchtigt werden.

In Grazerfeld stellte insbesondere die Geometrie der Rundbecken die Tragwerksplanung vor eine besondere Herausforderung. Eine konventionelle Achsenkonstruktion liess sich unter diesen Bedingungen nicht sinnvoll umsetzen.

Die Antwort darauf war nicht, die bestehende Infrastruktur an das Solarfaltdach anzupassen. Stattdessen wurde das Tragwerk an die Infrastruktur angepasst.

Achse G: eine neue Lösung für den Lastabtrag

Für Grazerfeld entwickelte dhp Technology deshalb eine projektspezifische Konstruktion. Die Achse G ermöglicht den Lastabtrag über einzelne Tragteile, die durch Druckstützen unterstützt werden. Schräg nach hinten geführte Zugseile beziehungsweise Zugstangen übertragen die auftretenden Kräfte in den Untergrund. Wo erforderlich, werden die Verankerungen durch kleine Fundamente ergänzt.

Damit entsteht eine Tragwerkslösung, die gezielt auf die komplexe Geometrie der Kläranlage reagiert und gleichzeitig die Anforderungen des Solarfaltdachs erfüllt.

Die Konstruktion berücksichtigt bestehende Beckenkronen, externe Fundamente, unterschiedliche Anschlusssituationen und die betrieblichen Anforderungen der Anlage. So können Bereiche für die Solarstromproduktion erschlossen werden, die mit konventionellen Tragwerkslösungen nur schwer oder gar nicht nutzbar wären.

Innovation entsteht dort, wo Standardlösungen nicht mehr funktionieren

Grazerfeld zeigt damit eine weitere Stärke des Solarfaltdachs: Das System folgt nicht einem starren Raster. Tragwerk, Spannweiten und Achsen können auf die vorhandene Infrastruktur abgestimmt werden.

Gerade bei Kläranlagen ist diese Anpassungsfähigkeit entscheidend. Denn die für Photovoltaik interessanten Flächen sind bereits technisch genutzt. Wer sie zusätzlich für die Solarstromproduktion erschliessen will, muss sich an die bestehende Infrastruktur anpassen – nicht umgekehrt.

Mit der neu entwickelten Achsenlösung geht dhp Technology in Grazerfeld einen weiteren Schritt. Die besondere Konstruktion ermöglicht die Überspannung der Rundbecken und erweitert damit die Einsatzmöglichkeiten des Solarfaltdachs auf komplexen Infrastrukturflächen.

1,85 MWp Solarleistung über bestehender Infrastruktur

Auf dieser Tragwerkslösung entsteht eine Solarfaltdachanlage mit einer installierbaren Leistung von rund 1,85 MWp und einem prognostizierten mittleren Solarstromertrag von rund 1’873 MWh pro Jahr.

Damit verbindet das Projekt zwei Ebenen von Innovation: die energetische Doppelnutzung einer bereits intensiv genutzten Fläche und eine neu entwickelte Tragwerkslösung, die diese Nutzung überhaupt erst ermöglicht.

Grazerfeld zeigt damit exemplarisch, was möglich wird, wenn Photovoltaik nicht losgelöst von bestehender Infrastruktur geplant wird, sondern sich konstruktiv an sie anpasst.