Wien zeigt das grosse Potenzial von Solarenergie auf Kläranlagen.

 

 

 

 

Auf der Wiener Kläranlage in Simmering entsteht ein HELIOFLEX® Solarfaltdach. Über dem Vorklärbecken «Vorklärung West 2» wird eine bestehende Infrastrukturfläche künftig zusätzlich für die Produktion von Solarstrom genutzt, ohne zusätzliche Bodenflächen zu beanspruchen.

Das Pilotprojekt wird für die ebswien kläranlage & tierservice Ges.m.b.H., eine hundertprozentige Tochter der Stadt Wien, realisiert. Nach unserem ersten Projekt in Grazerfeld ist Wien damit das zweite Solarfaltdach-Projekt, das in Österreich umgesetzt werden soll.

 

504 Solarmodule über dem Klärbecken

Das Solarfaltdach verfügt über eine installierte Leistung von 262,08 kWp. Insgesamt 504 Solarmodule verteilen sich auf 14 Modulbahnen und überspannen eine Fläche von rund 1’750 m². Erwartet wird ein jährlicher Solarstromertrag von rund 260 MWh.

Die Besonderheit liegt in der beweglichen Konstruktion. Die Solarmodule hängen in Faltdachgruppen an gespannten Tragseilen und können innerhalb von rund 30 Sekunden vollständig ein- oder ausgefahren werden. Damit bleibt das darunterliegende Vorklärbecken für betriebliche Arbeiten, Wartung und Reinigung zugänglich.

Gleichzeitig schützt sich das Solarfaltdach bei Extremwetterereignissen selbst: Bei starkem Wind, Hagel oder heftigem Schneefall fährt die Anlage automatisch in ihre Schutzposition.

 

Solarstromproduktion und Anlagenbetrieb miteinander verbinden

Gerade auf Kläranlagen stehen grosse Flächen zur Verfügung, die gleichzeitig für den laufenden Betrieb benötigt werden. Eine konventionelle, fest installierte Überdachung kann den Zugang zu den Becken und technischen Einrichtungen erschweren.

HELIOFLEX® verbindet deshalb die Produktion von Solarstrom mit der notwendigen betrieblichen Flexibilität. So kann eine bereits genutzte Infrastrukturfläche zusätzlich zur Energieproduktion eingesetzt werden, ohne ihre ursprüngliche Funktion einzuschränken.

 

Ein Pilotprojekt mit weiterem Potenzial

Das Solarfaltdach über dem Vorklärbecken West 2 ist zunächst als Pilotprojekt vorgesehen. Bewährt sich die Technologie im Betrieb, können weitere Beckenflächen für eine Nutzung geprüft werden.

Das Potenzial ist gross: Eine Machbarkeitsstudie weist auf dem Gelände der Wiener Kläranlage insgesamt rund 46’000 m² Fläche als grundsätzlich geeignet für Solarfaltdächer aus.

Überträgt man den erwarteten Ertrag des aktuellen Pilotprojekts rechnerisch auf diese Fläche, ergibt sich ein theoretisches Potenzial von rund 6,8 GWh Solarstrom pro Jahr. Das entspricht ungefähr dem jährlichen Stromverbrauch von 2’720 Wiener Haushalten.

 

Mit dem Projekt in Wien zeigt sich damit einmal mehr, welches Potenzial in der intelligenten Doppelnutzung bestehender Infrastrukturflächen steckt.